Glienicker Brücke

Glienicker Brücke, betrachtet von der Glienicker Lake Die 1907 erbaute Glienicker Brücke, die im äußersten Südwesten Berlins die Havel überspannt, stellt die Hauptverbindung zwischen Berlin und Potsdam dar.

Schon 1663 gab es hier eine Holzbrücke, die 1777 durch eine weitere Holzbrücke ersetzt wurde - in der Mitte mit einer Zugbrücke versehen, um Schiffe durchlassen zu können. 1834 wurde auch diese ersetzt. An ihre Stelle trat eine von Karl Friedrich Schinkel entworfene Steinbrücke, die etwas südlich der Holzbrücke errichtet wurde. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Steinbrücke 1834 Brücke dem Verkehrauskommen kaum mehr gewachsen - rund 800 Fahrzeuge überquerten sie täglich, und auch der Schiffsverkehr nahm stetig zu, nicht zuletzt auch durch den 1906 eröffneten Teltowkanal. 1907 wurde daher die Steinbrücke durch eine Eisen- und Stahlkonstruktion ersetzt und erhielt damit ihre heutige Gestalt. Seit 1920, nach dem Zusammenschluß von acht Stadt-, 59 Landgemeinden und 27 Gutsbezirken zu Groß-Berlin, verläuft die Stadtgrenze von Berlin über die Brückenmitte.

Am 14. April 1945 wurden bei einem Großangriff der Royal Air Force große Teile Potsdams zerstört, anschließend setzten die Abwehrkämpfe gegen die Rote Armee ein. In der Nacht zum 30. April zog sich die deutsche Wehrmacht aus Potsdam nach Wannsee (Berlin) zurück. Vermutlich durch Querschläger oder Zielschüsse auf die auf der Brücke befindlichen Panzer wurden die kurz zuvor zur Sprengung der Brücke vorgesehenen Sprengsätze getroffen. Die Explosionen führten zum Einsturz der Brücke.

Glienicker Brücke von Babelsberg ausNach dem Krieg wurde neben der zerstörten Brücke eine provisorische Holzbrücke errichtet. 1947 begann der Wiederaufbau der eigentlichen Brücke, die am 19.12.1949 unter dem Namen Brücke der Einheit feierlich eröffnet wurde. Über ihre Mitte verlief nun die Grenze zwischen Berlin (West) und der DDR. Am 26. Mai 1952, nach der Unterzeichnung des Generalvertrags über die Beziehungen der BRD und den drei Mächten, wurde die Brücke für die Öffentlichkeit geschlossen. In der folgenden Zeit durften nur noch Mitarbeiter westlicher Militärmissionen und Diplomaten die Brücke überqueren. In den Jahren 1962, 1985 und 1986 kam es auf der Brücke zu drei spektakulären Austauschaktionen internationaler Agenten aus Ost und West.

Die Brücke erhielt am 1.12.1985 nach Abschluß von Rekonstruktionsarbeiten ihren ursprünglichen Namen wieder. Nach dem Fall der Mauer wurde am 10.11.1989 um 17:30 Uhr auch die Glienicker Brücke geöffnet. Heute steht das Bauwerk unter Denkmalschutz.

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